Zum 17. März



Auch ihr als die lebendigen Steine, bauet euch zum geistlichen Hause und zum heiligen Priestertum, zu opfern geistliche Opfer, die Gott angenehm sind durch Jesus Christus. - 1. Petr. 2, 5

Lasst uns hier bedenken, dass Gott der Herr wirklich ein herzliches Wohlgefallen daran hat, wenn ein Kind Gottes aus Liebe und Dankbarkeit für Seine große Barmherzigkeit Ihm seinen Leib, seinen willigen Dienst und die Entsagung der Lüste des Fleisches opfert. Geschieht es nicht im Glauben und aus Liebe, sondern nur, um sich Verdienste bei Gott zu erwerben, dann sind alle solche Dinge nur Kainsopfer, die Gott nicht gefallen; denn „ohne Glauben ist es unmöglich, Gott zu gefallen“. Opfern wir aber etwas im Glauben an Christus, aus Dankbarkeit für die große Gnade Gottes, dann ist Ihm dies immer angenehm, wenn es auch so gering wäre wie „ein Becher kalten Wassers“. Dies sollte uns zu solchem Opfern besonders aufmuntern und anspornen. Hier aber hindert uns unser tiefer, leidiger Unglaube. Wenn wir endlich erfahren und gelernt haben, dass eigene Würdigkeit vor Gott nicht bestehen kann und dass die Sünde allem anklebt, was wir tun, dann kommen wir auf den Gedanken, dass Gott dem Herrn nichts gefallen würde, selbst das nicht, was wir im Glauben und aus Liebe zu Seiner Ehre und zum Nutzen des Nächsten tun. Dadurch werden wir dann träge und ungeneigt zu Seinem Dienst.
Diese Meinung ist also ein sehr schädlicher und hindernder Irrtum. Obwohl wir mit eigenen Werken Gott nicht versöhnen und den Himmel nicht verdienen können, obwohl unsere Werke vor den Augen Gottes nicht fehlerfrei und vollkommen sind, ist es doch eine ebenso wichtige wie unerschütterliche Wahrheit, dass, wenn unser inwendiger Mensch durch Christi Opfer geheiligt und Gott angenehm ist, dann auch alle unsere Liebesbemühungen Ihm herzlich wohlgefallen. Der Herr ist ein milder und liebevoller Vater, der mit großem Wohlgefallen das ansieht, was Seine Kinder aus Liebe für Ihn tun wollen. Wenn ein Kind Gottes nun trotz all seines Sündenelends für Seine große Barmherzigkeit dankbar und willig und geneigt ist, Ihm zu dienen, dann ist dies Sein höchstes Wohlgefallen; und alles unserem Dienst noch anhaftende Unreine und Mangelhafte ist mit der Gerechtigkeit Christi so zugedeckt, dass Gott nie auf diese Mängel blickt.
Es sind die Mängel und die Dürftigkeit unserer Werke, die uns hindern, hierbei an das Wohlgefallen Gottes zu glauben. Wir spähen immer nach dem, was groß und glänzend ist. Könnten wir einige große Werke tun, Menschenmassen bekehren, Missionare oder Märtyrer werden, dann könnten wir glauben, dass solches Gott wohlgefalle. Lasst uns bedenken! Das Wohlgefallen Gottes hängt nur davon ab, dass wir im Glauben und aus Liebe tun, was Er uns befahl, und dass Sein Gebot und Wort die meisten Menschen an die geringen Werke gebunden hat, die im Hause und in der Familie am notwendigsten sind. Der Herr Christus sagt, dass Er am Jüngsten Tage öffentlich vor Menschen und Engeln solche Werke preisen wird, die ein jeder Christ, auch in dem geringsten Stande, tun kann. Und Er sagt, dass Er die Werke, die wir um Seinetwillen unserem armen Nächsten getan haben, mit einem solchen Wohlgefallen betrachten will, als hätten wir sie Ihm persönlich getan. Er wird sagen: „Ich bin hungrig gewesen, und ihr habt Mich gespeist; Ich bin durstig gewesen, und ihr habt Mich getränkt; Ich bin ein Gast gewesen, und ihr habt Mich beherbergt; denn was ihr einem unter diesen Meinen geringsten Brüdern getan habt, das habt ihr Mir getan.“ Wie könnte der Herr Sein Wohlgefallen an unseren Werken, die wir um Seinetwillen taten, wohl stärker bezeugen? Woher rührt es, dass wir dennoch nicht glauben, dass solche Liebesdienste Gott wohlgefällig sind? Wir glauben, ja fühlen es geradezu, dass es Ihm missfällt, wenn wir nicht Ihm, sondern der Sünde dienen. Weshalb sollte es Ihm dann nicht wohlgefällig sein, wenn wir stattdessen die Sünde fliehen und in Liebe Ihm dienen? Merken wir nicht wieder, wie hier des Feindes Verblendung unsere Gedanken zu befallen droht?!
Lasst uns darum oft und tief die Worte von den Opfern der Liebe bedenken: Sie sind „Gott angenehm“. Möchte der Herr uns helfen, es zu glauben! Dann würden wir mit herzlicher Lust sprechen: „Ist es Gott angenehm, dass ich jetzt diesem armen Bruder etwas Gutes tue, wie gern will ich es tun! Sieht Christus es an, als täte ich es Ihm, wie glücklich bin ich dann! Ist es Gott angenehm, dass ich in meinem sonst schweren und mühsamen Beruf geduldig, treu und eifrig bin, wie gern will ich es sein! Ist es Gott angenehm, dass ich in einer sich zeigenden Widerwärtigkeit oder einem Verlust ergeben und zufrieden bin oder dass ich gegen meine Mitmenschen freundlich, sanftmütig, mild und demütig bin, nicht Böses mit Bösem vergelte, sondern lieber eine „gelinde Antwort gebe, die den Zorn stillt“, wie gern will ich es tun! Ist es Gott angenehm, dass ich jetzt diesem oder jenem entsage und meine Begierde unterdrücke, wie gern will ich es tun! Ist es Gott angenehm, dass ich jetzt ein Wort des Trostes, der Warnung oder der Ermahnung an meinen Nächsten richte oder dass ich seine Fehler und Schwachheiten zudecke und ihm nicht afterrede — ist alles das wirklich Gott angenehm, wie gern will ich es dann tun!"
Seht, so würden wir zu allem Guten gestärkt und aufgemuntert werden, wenn wir wirklich glaubten, was der Herr Christus und die Apostel uns gesagt haben, nämlich wie angenehm solche Opfer Gott sind.
Römer 12, 1

Jesu, der du liebest mich,
Lehr mich auch zu lieben Dich,
Dass ich Dir in dieser Liebe
Opfre mich aus freiem Triebe.




Diese Tagesandacht stammt aus dem „Täglichen Seelenbrot“ von Carl Olof Rosenius. Die Andachten des gesamten Jahres sind in Buchform hier erhältlich.


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