Zum 15. März
| Ich, Ich tilge deine Übertretungen um Meinetwillen und gedenke deiner Sünden nicht. - Jes. 43, 25 |
| Lasst uns heute hören, wie die Gesinnung des Herrn ist! Wohlan, alle, die ihr durstig seid, kommt her zum Wasser; und ihr, die ihr nicht Geld habt, sowohl Sünder als auch Heilige, hört hier, was der Herr selber uns sagt, wie Er in der wichtigen Frage unserer Begnadigung urteilt und handelt! Was kann sicherer sein als das, was Er sagt?
Und hier hören wir Ihn in der nachdrücklichsten Weise erklären, dass weder das eine noch das andere Opfer, weder äußere noch innere Frömmigkeit Ihn zur Gnade bewog, weder der eine noch der andere Mangel, weder innere noch äußere Sündhaftigkeit Seine Gnade zunichtemacht, sondern dass sowohl Verdienst als auch Schuld von einer einzigen Tatsache verschlungen wurden: „Mir hast du Arbeit gemacht mit deinen Sünden und hast mir Mühe gemacht mit deinen Missetaten“, aber „Ich tilge deine Übertretungen um Meinetwillen“ — beachte: „um Meinetwillen“, nicht um deinetwillen — „und gedenke deiner Sünden nicht.“ O liebliche, herrliche Worte für arme Sünder! Gnadenvoller Gott, öffne unsere Augen und Herzen, auf dass wir schmecken und sehen möchten, wie lieblich das ist! Um aber die Kraft dieser lieblichen Worte recht erkennen zu können, ist es vor allem notwendig, den Umstand zu verstehen, wie alles das, was der Herr vorher (Vers 22–24) als zu Seiner Gnade nicht beitragend herzählt, gerade die wichtigsten Stücke des Gottesdienstes, der Frömmigkeit und der guten Werke ausmachte, die der Herr den Kindern Israel vorgeschrieben hatte. — Er redet zuerst vom Herzen: „Nicht, dass du mich gerufen hättest“, was das ganze Begehren des Herzens nach dem Herrn und ferner alles Anrufen und Beten in sich fasst. Danach zählt Er das her, was zum Gottesdienst gehörte, nämlich allerlei Opfer, Speisopfer, Brandopfer, Weihrauch usw. Dieses alles entspricht also dem, was bei uns im neuen Bunde Gottesfurcht genannt wird, wie z. B. Gebet, Andacht, Gottesdienst, Barmherzigkeitswerke und allerlei gute Werke. Gott hatte diesen Gottesdienst dem Volke Israel vorgeschrieben, und das Volk Israel übte seinen Gottesdienst mit großer Sorgfalt und großem Eifer aus. Was bedeutet es nun, dass der Herr hier gleichsam verwerfend davon redet, so, als wollte Er leugnen, dass sie Ihm irgendwelche Opfer dargebracht hätten, wo Er doch zugleich anerkennt, dass sie „Arbeit mit Weihrauch und Speisopfer“ gehabt hatten? Sollte Er das verwerfen, was Er selber vorschrieb? Gewiss nicht! „Deines Opfers halber strafe Ich dich nicht“, sagt Er, „sind doch deine Brandopfer immer vor Mir.“ Hier handelt es sich nur darum, was Ihn zur Gnade bewog und damit ihnen zur Vergebung der Sünden gereichte, wie hier ausdrücklich steht: „Ich, Ich tilge deine Übertretungen um Meinetwillen“, und ferner in Vers 26: „Lass uns miteinander rechten; sage an, wie du gerecht sein willst!“ Nur darum handelt es sich hier. Und sobald es diese Frage betrifft, brennt der Liebeseifer des Herrn wie ein Feuer gegen alles menschliche Verdienst und alle menschliche Würdigkeit; dann wiederholt Er immerfort: „Nicht du, nicht du — nicht, dass du Mich gerufen hättest oder dass du um Mich gearbeitet hättest. Ich, Ich tilge deine Übertretungen um Meinetwillen.“ In gleicher Weise redete Er auch in den Tagen Seines Menschseins. Hier sagt Er: „Nicht, dass du Mich gerufen hättest, dass du um Mich gearbeitet hättest, Mich hat deines Dienstes nicht gelüstet“, sondern „Mir hast du Arbeit gemacht“, — und fügt hinzu, dass Er darum auch die Sünden vergibt und sagt: „Ich, Ich tilge deine Übertretungen um Meinetwillen.“ So sagt Er auch bei Joh. 15: „Ihr habt Mich nicht erwählt, sondern Ich habe euch erwählt“, und bei Matth. 20: „Des Menschen Sohn ist nicht gekommen, dass Er sich dienen lasse, sondern dass Er diene und gebe Sein Leben zu einer Erlösung für viele.“ Bei Joh. 17 sagt Er: „Ich heilige Mich selbst für sie, auf dass auch sie geheiligt seien in der Wahrheit“, bei Matth. 26: „Mein Blut wird vergossen zur Vergebung der Sünden“, und abermals bei Joh. 6: „Wer Mich isst, der wird auch leben um Meinetwillen.“ Wir erkennen in allem dieselbe Stimme, und alles geht auf dasselbe hinaus, nämlich auf das, was der Herr hier sagt: „Nicht du, nicht du — nicht, dass du um Mich gearbeitet hättest; Ich, Ich habe für dich gearbeitet, Ich, Ich tilge deine Übertretungen um Meinetwillen.“ Alles geht darauf hinaus, dass wir nichts mehr vermögen, als zu sündigen, dass wir aber als ganz Verlorene alles aus Gnaden uns schenken lassen dürfen durch den, der für uns gearbeitet, Sein Blut und Leben für uns dahingegeben und gesagt hat: „Ihr sollt leben um Meinetwillen. Ich, Ich tilge deine Übertretungen um Meinetwillen.“ |
| III/120 |
| Wir danken Dir, o Jesu, gut,
Dass für uns floss Dein teures Blut. Du hast von Satans Macht und List Uns freigekauft, Herr Jesu Christ. |
Diese Tagesandacht stammt aus dem „Täglichen Seelenbrot“ von Carl Olof Rosenius. Die Andachten des gesamten Jahres sind in Buchform hier erhältlich.
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