Zum 05. Juli



So du mit deinem Munde bekennst, dass Er der Herr sei, und glaubst in deinem Herzen, dass Gott Ihn von den Toten auferweckt hat, so wirst du selig. - Röm. 10, 9

Hier wird ausdrücklich gesagt, dass du selig wirst durch dies eine: „So du in deinem Herzen glaubst und mit deinem Munde bekennst Jesus, dass Er der Herr sei und auferweckt ist von den Toten“. So nahe und bestimmt ist die Seligkeit „im Worte vom Glauben“ gegeben. Fasst du dies nur in deinem Herzen, so dass du in einer lebendigen Weise an Jesus glaubst und Ihn bekennst, sowohl als „den Herrn“, vom Himmel gekommen, als auch als deinen vollkommenen Heiland, „von den Toten auferweckt“, so wirst du selig.
Wenn der Apostel die herrliche Versicherung „du wirst selig“ aussprechen will, hebt er hier zunächst ein besonderes Merkmal des echten Glaubens und auch eine in gewissen Beziehungen notwendige Ausübung dieses Glaubens hervor. Das Zeichen des seligmachenden Glaubens aber ist dieses, dass du durch ihn ein Freund Jesu wirst, der Ihn aus der Fülle des Herzens bekennt und Sein Reich zu fördern sucht. Das Bekennen wird aber auch eine notwendige Ausübung des Glaubens sein, so wahr der lebendige Glaube im Herzen nicht nur innere Lust und einen Trieb bewirkt, von Jesus zu reden, der jetzt sein Schatz geworden ist, sondern auch einen Liebeseifer für seine Ehre und für die Errettung der Mitmenschen auslöst. Dass hier mit dem Bekennen der freie, lebendige Ausspruch des Herzensglaubens gemeint ist, nicht aber ein Bekennen nur des Mundes oder das von Kindheit an Gelernte und Nachbuchstabierte sein kann — welches Bekennen auch alle Ungläubigen hervorbringen können —, das verstehen wir sogleich. Denn wir wissen, dass die Schrift es mit dem, was sie redet, immer ernst meint. Wenn sie vom seligmachenden Glauben oder vom Bekennen redet, sind damit immer der lebendige Glaube und das wahre Bekennen gemeint, wo „der Mund das redet, wessen das Herz voll ist“. Außerdem aber hat der Apostel hier ausdrücklich die Worte hinzugefügt „und glaubst in deinem Herzen“. Schon David sagt: „Ich glaube, darum rede ich.“
Was bekennt nun aber der Glaubende von Jesus? „Dass Er der Herr sei“, antwortet der Apostel. Dies ist das erste, was wir glauben und bekennen müssen: Der so tief verachtete, gemarterte und getötete Jesus ist „der Herr vom Himmel“ und „der von Gott verordnete Richter der Lebendigen und der Toten“. In diesem einen, dass nämlich Jesus der Herr ist, liegt alles das, was wir in Bezug auf Seine Person und Sein Wesen glauben und bekennen. Allerdings sagt der Apostel: „Niemand kann Jesus einen Herrn heißen außer durch den Heiligen Geist.“ Er spricht also von einem Bekennen, das von einem Werk des Geistes in der Seele kommt. Durch die Erleuchtung des Geistes nämlich können wir von Herzen das glauben, was einst alle Zungen bekennen werden, „dass Jesus Christus der Herr sei, zur Ehre Gottes, des Vaters“.
Der Glaubende bekennt dazu aber noch ein wichtiges Stück von Ihm, und zwar dies: „dass Gott Ihn von den Toten auferweckt hat“. In diesem kurzen Bekenntnis von der Auferstehung Christi ist alles enthalten, dessen er zu seiner vollen Sicherheit und Seligkeit bedarf. Was nach den Worten des Apostels ein Christ glaubt und bekennt — nämlich dass „Jesus der Herr ist“ und dass „Gott Ihn auferweckt hat von den Toten“ —, enthält demnach alles, was der seligmachende Glaube umfasst. Es ist also der Sache nach dasselbe, was sonst ganz kurz „an Jesus glauben“, „den Sohn haben“, „Sein Fleisch essen und Sein Blut trinken“ heißt. Von einem solchen Glauben an Christus bezeugt die ganze Heilige Schrift, dass, wie z. B. in Joh. 3, 16 nachzulesen ist, „alle, die an Ihn glauben, nicht verlorengehen, sondern ein ewiges Leben haben sollen“.
Unser heutiges Wort schließt mit „so wirst du selig“. Lasst uns darum noch bedenken, was dieses Wort „selig“ enthält. Kann ich selig, ewig errettet, ja selig in Gottes Himmel werden? Weiß ich etwas Gewisses von dieser Sache? Diese Frage sollte uns unseren Text überaus wichtig machen. Der Apostel redet hier so, als wäre es ganz entschieden und ganz gewiss, wer selig werden wird. Das ist es auch. Der Apostel sagt mit aller Bestimmtheit: Wenn du ein solcher Zeuge bist, der durch den Glauben des Herzens belebt wird, seinen Heiland zu bekennen (in welchem Falle du auch immer mehrere Zeichen dieses lebendigen Glaubens hast), so ist es entschieden ausgemacht, „dass du selig wirst“. Nur noch einige Tage oder Jahre im Jammertale — dann bist du daheim in der ewigen Ruhe Gottes. Wie allzu groß es auch erscheinen mag, es muss doch gesagt werden: Es ist im ganzen Worte Gottes fest entschieden: So wahr du bis ans Ende in diesem Glauben an Jesus bleibst und durch ihn belebt wirst, Ihn auch zu bekennen, so bist du einer derjenigen, die einst zu Seiner Rechten stehen und eingeladen werden, das Reich zu ererben, „das uns bereitet ist von Anbeginn der Welt“.
Beachte den Nachdruck, mit dem der Apostel in diesem Verse das Wort „du“ anwendet: „Du“, „du“, „dein Mund“, „dein Herz“! Er gibt damit jedem Leser Anlass, sich mit der Frage zu beschäftigen: „Bin ich ein solcher Glaubender? Ist das hier erwähnte Bekenntnis in meinem Munde? Pflege ich von Christus zu reden, und zwar nur aus dem Glauben meines Herzens?“ — Wir werden genau in dem Maße Gewissheit von der Seligkeit haben, wie es wahr und wirklich ist, dass wir in unserem Herzen an Jesus glauben und Ihn mit unserem Munde zu bekennen bereit sind.
Römerbrief

Vergebung aller Sünden und Kraft zur Heiligkeit
Ist nur im Blut zu finden. Kommt, alles ist bereit!




Diese Tagesandacht stammt aus dem „Täglichen Seelenbrot“ von Carl Olof Rosenius. Die Andachten des gesamten Jahres sind in Buchform hier erhältlich.


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