Zum 19. März



Wir haben gesehen und zeugen, dass der Vater den Sohn zum Heiland der Welt gesandt hat. - 1. Joh. 4, 14

Sieh hier zuerst die Höhe und die Tiefe der göttlichen Liebe! Der Vater hat den Sohn zum Heiland der Welt gesandt. „Daran ist erschienen die Liebe Gottes gegen uns, dass Gott Seinen eingeborenen Sohn gesandt hat in die Welt, dass wir durch Ihn leben sollen.“ „Darin steht die Liebe, nicht dass wir Gott geliebt haben, sondern dass Er uns geliebt und Seinen Sohn zur Versöhnung für unsere Sünden gesandt hat.“ Die Sendung des Sohnes war das reine Werk der Liebe Gottes und gleichzeitig ihr höchster Beweis, das sagt auch der Herr: „Also hat Gott die Welt geliebt, dass Er Seinen eingeborenen Sohn gab.“ Und welch anderer Beweggrund als Gottes eigene Liebe könnte hier wohl erdacht werden?
Ein alter Lehrer sagt: „Nachdem ich lange alle meine Gedankenkraft angestrengt habe, um in unserem Wissen von Gott und den Menschen zu dem äußersten Beweggrund durchzudringen, weshalb Gott die Welt so liebte, dass Er für sie Seinen eingeborenen Sohn gab, bin ich schließlich zu dem Schluss gelangt: Gott liebte, darum liebte Er.“ Wie eine Mutter keine andere Ursache angeben kann, weshalb sie ihr krankes Kind mit unermüdlicher Liebe Tag und Nacht pflegt und trägt, es ist ein Gesetz in ihrem Herzen, das der Mutterliebe, das sie dazu zwingt, so finden wir auch keinen anderen Grund, weshalb Gott Seinen Sohn gab. Sein Herz war so gesinnt gegen den Menschen, und der Mensch war, obschon gefallen und entstellt, doch Sein Kind. Gott erkennt in ihm das Kind, das Er am Anfang zu Seinem Ebenbilde und zum Erben aller Seiner Güter erschuf. Gott liebte Sein gefallenes Kind. Das war der Beweggrund.
„Gott sandte uns Seinen Sohn.“ Schon dieses Wort sagt uns, dass der Sohn vorhanden war, bevor Er in die Welt gesandt wurde. Christus war Gottes Sohn im buchstäblichen Sinn des Wortes. Er musste es auch sein, wenn Seine Sendung die Offenbarung der unendlichen Liebe Gottes zum Menschen sein sollte. Wie viele Propheten und Engel Gott zum Wohle der Menschen auch sonst noch sandte, so hat Christus dies doch nie als einen Beweis der großen Liebe Gottes angeführt. Nur von der Sendung Seines eingeborenen Sohnes sagt Er: „Also hat Gott die Welt geliebt“.
Da der Apostel Röm. 8 Christus nicht nur den Sohn Gottes, sondern Seinen eigenen Sohn (Grundtext) nennt, so unterscheidet er dadurch den Herrn Christus von allen, die in einer anderen Verbindung ebenfalls Gottes Söhne genannt werden, und gibt dadurch zu verstehen, dass Er im eigentlichen Sinne der Sohn Gottes ist. Die Engel werden aufgrund ihrer Schöpfung und ihrer hohen Stellung Gottes Söhne genannt. Israel (das Volk) wird Gottes Sohn genannt in Bezug auf die väterliche Liebe und Fürsorge, mit der Gott dieses Volk umfasste. Die Gläubigen werden Gottes Söhne genannt kraft ihrer Neugeburt und ihrer Gemeinschaft mit Christus. Kein anderer aber als Christus allein wird „Sein eigener Sohn“ genannt - oder, wie bei Johannes, „der eingeborene Sohn vom Vater“. Da das „große Geheimnis der Gottseligkeit, dass Gott geoffenbart ist im Fleisch“, solch ein harter Anstoß für unsere arme Vernunft ist, dass selbst diejenigen, die sonst an das Wort Gottes glauben, hier doch angefochten und versucht werden, den Ausdruck „Gottes Sohn“ nicht in seiner eigentlichen Bedeutung zu nehmen, so bedenke das soeben Gesagte tief! Lege dazu noch die ungezählten Zeugnisse der Heiligen Schrift! Hebr. 1 wird bezeugt, dass der eingeborene Sohn vom Vater solche Namen und Anreden erhält, wie sie keiner der Engel erhielt. Denn zu welchem Engel hat Er jemals gesagt: „Du bist Mein Sohn, heute hab Ich dich gezeugt“, oder: „Setze Dich zu Meiner Rechten, bis Ich Deine Feinde zum Schemel Deiner Füße lege“, auf dass Ihm göttliche Verehrung dargebracht wird? „Und es sollen Ihn alle Engel Gottes anbeten“, auf dass Ihm ein ewiges Reich beigelegt wird, indem zum Sohne gesagt wird: „Gott, Dein Thron währet von Ewigkeit zu Ewigkeit“; und endlich, auf dass Ihm die Schöpfung der Welt zugeschrieben wird, wie auch Johannes vom „Wort“ sagt, das Fleisch wurde: „Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist.“ Ja, lege hinzu, dass Er war, „ehe die Welt erschaffen war“, wie Er bei Joh. 17 sagt: „Verkläre Du Mich, Vater, bei Dir selbst mit der Klarheit, die ich bei Dir hatte, ehe die Welt war.“ Das hatte auch schon die Weissagung gesagt, indem es z. B. bei Micha 5 heißt, dass aus Bethlehem der kommen sollte, „welches Ausgang von Anfang und von Ewigkeit her gewesen ist“. Lasst uns in stiller Anbetung den wundersamen Ratschluss des Ewigen preisen! Er hat wahrlich Seinen eigenen Sohn in die Welt gesandt.
Römer 8, 3

Ach mein herzliebes Jesulein,
Mach Dir ein rein sanft Bettelein,
Zu ruh’n in meines Herzens Schrein,
Dass nimmer ich vergesse Dein.
Lob, Ehr sei Gott im höchsten Thron,
Der uns schenkt seinen eingen Sohn;
Des freuet sich der Engel Schar
Und singet uns solch neues Jahr.




Diese Tagesandacht stammt aus dem „Täglichen Seelenbrot“ von Carl Olof Rosenius. Die Andachten des gesamten Jahres sind in Buchform hier erhältlich.


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